Jahrgang 1947
Bad Buchau
mit Schulkameradinnen und Schulkameraden
Aktuelles
Wer hätte das gedacht…? …dass so ein winziges Ding (hier zigfach vergrößert) so viel auf dem ganzen Planeten verändern kann? …dass wir momentan aufgefordert sind, angeordnete Hygienemaßnahmen strikt zu beachten (Abstand einhalten, Hände waschen, Mund- und Nasenschutz tragen)! …dass die angeordneten Schutzmaßnahmen mittelbare und unmittelbare Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Einkommensentwicklung haben. …dass wir uns in unseren grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechten einschränken lassen müssen. …dass wir uns (vorerst) nicht mehr zum Stammtisch treffen können? … und und und… Man könnte die Liste der Auswirkungen, die das Virus auf unser aller Leben hat, noch lange fortsetzen. Ich erspare mir dies. Aber ich erlaube mir, zu der Corona-Problematik meine Meinung zu äußern. Ob Du meine Auffassung teilen kannst, weiß ich nicht. Vielleicht kann ich mit meinen Überlegungen für Dich Anstoß geben, über das eine oder andere nachzudenken. Trotz der vielen zu beklagenden Toten, die inzwischen in Deutschland an Covid-19 verstorben sind, hatten wir bisher dennoch Glück im Unglück. Zum einen verdanken wir dies glücklichen Umständen, denn die Erkrankungen traten bei uns relativ spät auf, sodass genügend Zeit blieb, strategische Vorkehrungen im Kampf gegen das Virus zu treffen. Schockierende Bilder, wie sie uns aus norditalienischen Krankenhäusern ins Wohnzimmer flimmerten, blieben uns Gott sei Dank erspart. Zum anderen verdanken wir den Erfolg beim beherzten Ersteinsatz gegen das Virus auch unserer Bundesregierung und den Regierungen der Länder, die ihre Entscheidungen im Zusammenwirken mit kompetenten Wissenschaftlern getroffen haben. Oberstes Ziel war und ist, die Krankheit so einzudämmen, damit die Kliniken in Deutschland nicht an ihre Belastbarkeitsgrenze kommen. So schlimm die Bilder aus Italien auch waren, sie führten bei der Mehrheit unserer Bevölkerung zweifellos zur Einsicht, dem Shutdown und dem Lockdown der Bundesregierung Folge zu leisten. Schwachpunkte will ich nicht verhehlen. Ich weiß, dass Pandemiepläne in den Schubladen des Bundes der Länder und der Kommunen liegen. Die wurden zuletzt vor ca. 20 Jahren im Kampf gegen Pocken erstellt. Das Pockenvirus ist weitgehend erforscht. Niemand rechnete aber offenbar mit dem neuen, noch relativ unbekannten Covid-19-Erreger, der sich weltweit rasant ausbreitet. Und niemand rechnete bei der Covid-19-Pandemie mit dem rasch auftretenden Mangel an Schutzanzügen, Schutzmasken, Arzneimitteln und chemischen Stoffen, die für virologische Tests benötigt werden. Ich bin überzeugt, Verantwortliche aller Staaten werden daraus ihre Lehren ziehen. Nachdem die Infektionszahlen in Deutschland rückläufig waren, ging die Bundesregierung mit den Landesregierungen einig, die Virusbekämpfung regional anzugehen, was in unserem föderalistischen Staat durchaus auch Sinn macht. Schließlich muss ein Hotspot in einem bayerischen Landkreis nicht zwangsläufig zu verschärften Schutzmaßnahmen bei uns führen. Die in den Bundesländern eingeführten Lockerungen sind daher in Art und Weise und zeitlicher Abwicklungen nicht mehr einheitlich. Das irritiert viele Menschen. Letztlich führt dies aber leider auch zum Schwinden der Einsicht, angeordnete Hygienemaßnahmen einzuhalten. Das immer mehr um sich greifende Unverständnis für die Schutzmaßnahmen wird natürlich auch noch durch die stark rückläufigen Infektionszahlen begünstigt. Das halte ich aber für sehr gefährlich, weil das Covid-19-Virus in Deutschland immer noch virulent ist. Leichtsinn kann schnell wieder zu einer exponentiellen Ausbreitung des Krankheitserregers führen. Bei einem erneut schnellen Anstieg von Neuerkrankungen werden nach Meinung von Experten vermutlich noch radikalere Schutzmaßnahmen zur Bekämpfung der Viruserkrankung notwendig sein, was natürlich verheerende wirtschaftliche Folgen hätte. Allein schon die ersten Lock- und Shutdown-Maßnahmen haben bekanntlich gravierende Folgen gezeitigt. Selbstverständlich bedeuten die angeordneten Schutzmaßnahmen erhebliche Grundrechtseingriffe. Sie sind aber in aller Regel auch begründet. Wo über das Ziel hinausgeschossen wurde, haben Gerichte regulierend eingegriffen. So wurden beispielsweise Demonstrationsverbote mit der Maßgabe aufgehoben, Demonstrationen unter Beachtung der Hygieneregeln zuzulassen. Ein Beweis mehr, dass unser demokratischer Rechtsstaat funktioniert. Wirte, Kinobesitzer, Kulturveranstalter, Vereine, Eltern usw. litten bisher besonders unter den geltenden Einschränkungen. Es ist daher verständlich und durchaus richtig, wenn die Betroffenen ihren Unmut bei Demonstrationen zur Geltung bringen. Die Verantwortlichen werden dadurch auch animiert, helfend einzugreifen oder maßvolle Lockerungen zuzulassen. Was ich aber überhaupt nicht akzeptieren kann, sind Demonstranten, die wegen Verschwörungsgeschichten auf die Straße gehen. Behauptungen, wie z. B. das Virus sei völlig ungefährlich, die Regierung beabsichtige Zwangsimpfungen einzuführen oder das Covid-19-Virus werde missbraucht, um einer Diktatur den Weg zu bereiten, sind substanzlos und völlig aus der Luft gegriffen. In den Medien wird von von einer Vielzahl kruder Verschwörungstheorien berichtet. Grundlage einer Theorie bilden aber nachvollziehbare Fakten. Insofern verbietet es sich hier von Theorien zu reden. Wer solche irrealen Behauptungen aufstellt, glaubt wohl, das Märchen von Rotkäppchen und dem omafressenden Wolf entspringe der Realität. Bedenklich stimmt mich aber auch der Umstand, dass sich rechte und linke radikale Gruppierungen den aufkeimenden Unmut der Bevölkerung zunutze machen wollen. Fakt ist aber auch, nicht jeder Demonstrant ist Anhänger einer Verschwörungsgeschichte oder gar rechts- oder linksradikal eingestellt. Freiheit ist nicht grenzenlos! Jedermann sollte sich nur so viel Freiheit leisten, als andere davon nicht beeinträchtigt sind. Der Philosoph Immanuel Kant versuchte, die Grenze der persönlichen Freiheit aufzuzeigen. Er postulierte den sogenannten „kategorischen Imperativ“. Der lautet: „Handle so, dass die Maxime Deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“ Er erkannte, Gemeinwohl hat erste Priorität. Die persönliche Freiheit hat demgegenüber Rücksicht zu nehmen. In einer Gesellschaft, wie der unsrigen, in der meiner Ansicht nach überproportional der individuellen Freiheit gefrönt wird, ist das offensichtlich nur schwer zu verstehen. Kläger, die sich die Freiheit nehmen wollten, angeordneten Schutzmaßnahmen nicht Folge zu leisten, wurden von Gerichten auf die Vorrangigkeit des Gemeinwohls verwiesen. Ihre Klagen scheiterten. Oberstes Ziel ist es, die Gesundheit zu wahren und Leben zu schützen. Ich halte es für unmoralisch, wie es Schweden gerade praktiziert. Das Land opfert eine Vielzahl von Toten um die sogenannte „Herdenimmunität“ zur erreichen. Ich halte es auch für unzulässig, Tote gegen wirtschaftliche Prosperität aufzuwiegen. Ich meine damit das Aufwiegen von Toten, die infolge der Viruserkrankung versterben und von Toten, die aufgrund strenger Schutzmaßnahmen mittelbar zu Tode kommen. Den Weg, den unsere Regierungen in Bund und in den Ländern bisher beschritten haben halte ich für sinnvoll, angemessen und mit unserem Grundgesetz durchaus vereinbar. Ich möchte nicht in der Haut der verantwortlichen Entscheidungsträger stecken! Denjenigen, die durch die Schutzmaßnahmen besondere Lasten entstehen, gebührt natürlich ein gerechter Ausgleich. Und ich möchte am Schluss auch nicht die vergessen, die sich in vorbildlicher Weise aufopfernd in den Krankenhäusern um ihre Patienten gekümmert haben, in vielen anderen Einrichtungen sich um die ihnen anvertrauten Personen bemüht haben und die Grundversorgung in unserem Staat gesichert haben. Was ist nach Corona? Wie geht es weiter? Werden diejenigen, die in systemrelvanten Bereichen arbeiten, weiterhin wertgeschätzt? Bringt uns Covid-19 vielleicht zur Vernunft? Ist Saus und Braus noch gefragt? Wächst in der Welt die gegenseitige Empathie und Verantwortung? Wird in Zukunft alles besser? Ich weiß das alles nicht. Aber denk doch mal selbst darüber nach… Ich wünsche Dir, jedenfalls dass Du gesund bleibst! Heinz
Unser Sigge Moses ist am Freitag vor Pfingsten, im Krankenhaus verstorben. Er wurde am 05.06.2020 auf dem jüdischen Teil des Zentralfriedhofs in Stuttgart beigesetzt, wo auch seine Mutter begraben ist.
Auch unser Armin Dirlewanger hat uns verlassen. Er war ein treuer Besucher unseres Jahrgangs- Stammtisches im „Rosengarten“ in Bad Buchau. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Urnenwand auf dem Kappeler Friedhof.
Inzwischen wurde bekannt, dass auch unser Udo Albiez, der zuletzt in Düsseldorf wohnte, infolge einer schweren Erkrankung im Februar/März 2018 verstorben ist.
Stammtisch am 02.09.2020 Beginn: 19:00 Uhr Ende: 21:55 Uhr 1. Allgemeines Elf Personen sind zum zweiten Stammtisch in diesem Jahr zusammengekommen. Aus Vorsicht wegen nächtlichem Kälteeinbruch, nehmen wir im Wintergarten an gewohnter Stelle Platz. Drei Teilnehmer kommen in willkommener Begleitung. Wie immer werden auch heute wieder Neuigkeiten ausgetauscht, Erinnerungen wachgerufen und es wird herzhaft über dieses und jenes gelacht. Den weitesten Weg legt André zum Stammtisch zurück (Hin- und Rückweg 26 km). Infolge der Corona-Pandemie mussten die Stammtische im Mai und Juli ausfallen. Da der Covid-19-Virus nach wie vor sein Unwesen treibt, die Infektionszahlen aber derzeit in unserem Gebiet zurückgegangen sind (in Bad Buchau soll es momentan angeblich nur einen festgestellten Infizierten geben), wurde vergangene Woche ad hoc eine Online-Befragung durchgeführt, ob die Wiederaufnahme des Stammtisch-Treffs erwünscht ist. 10 Internetz-Nutzer beteiligten sich an der Umfrage. Eine knappe Mehrheit sprach sich für den Stammtisch aus. Daher wurde Andrea Malmer gebeten, für heute Tische für uns zu reservieren – wenn möglich auf der Terrasse. Ihr wurde aber auch gesagt, dass sicherlich nicht mit der üblichen Anzahl der Besucher zu rechnen ist. Zudem wurde der Termin am Montag in der Schwäbischen Zeitung veröffentlicht. Im Vorfeld gingen bei mir etliche Absagen ein. Sie waren zum Teil mit Krankheit, Ortsabwesenheit oder aber mit Vorsicht vor dem Corona-Virus begründet. Letzteres ist zu respektieren, da unser Jahrgang zur Risikogruppe zählt. Die Anwesenden werden darüber kurz informiert. 2. Zwischenzeitlich Verstorbene Siegfried Moses Unser alter Freund Sigge, verstarb am 29.05.2020. Er wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Stuttgart beigesetzt. Armin Dirlewanger Unser treuer Stammtischbesucher, Armin, der uns seit dem letzten Jahr wegen seiner schweren Erkrankung nicht mehr aufsuchen konnte, verstarb am 14.06.2020. Udo Albiez Wie in Erfahrung gebracht werden konnte, ist Udo schon im Februar/März an einer schweren Krankheit verstorben. Er lebte zuletzt in Düsseldorf. 3. Michael Hammer Michael meldete sich nach sechs Jahren per Mail zurück. Er hatte eine schwere Krankheit durchlitten. 4. Nächster Stammtischtermin Andrea Malmer teilte mit, der Stammtisch-Termin im November müsse wegen der Betriebsferien verlegt werden. Vorgesehen ist der 18.11.2020, sofern coronabedingt nichts im Wege steht.